Kirchenchor Cäcilia Dreikirchen

"Singen gehört zur Natur der Menschen wie der Wind zu Wolken und Meer". (Karl Adamek)

Kurz - Chronik des Kath. Kirchenchores „Cäcilia“ Dreikirchen

 

Am 26. November 1946 gründete sich, auf Initiative des Dorfpfarrers von Pütschbach, Herrn Pfarrer Johannes Lauck, der Katholische Kirchenchor „Cäcilia“ Pütschbach-Oberhausen. 75 Männer, Frauen und Jugendliche fanden sich zusammen, um gemeinsam zur Ehre Gottes zu musizieren. Zum ersten Vorsitzenden wurde Adolf Bendel gewählt, die musikalische Leitung des Chores übernahm Pfarrer Lauck. Nach einer Probenzeit von nur vier Wochen hatte der Chor an Weihnachten 1946 seinen ersten Auftritt.

 

Aufgrund der Tatsache, dass bis zum Jahre 1962 keine schriftlichen Dokumente vorliegen, lässt sich die Geschichte des Chores in diesem Zeitraum nur Bruchstückhaft nachverfolgen. Durch die aktive Mithilfe von Zeitzeugen, konnte diese Periode jedoch schematisch rekonstruiert werden. Ende 1947 übernahm Herr Alois Sucke aus Obererbach die Leitung des Chores, die er bis ins Jahre 1952 inne hatte. Im Anschluss daran ruhte der Chorgesang für ein Jahr und wurde im November 1953 durch die Aufnahme der Chorleitertätigkeit von Herrn Bernhard Noll aus Großholbach wieder reaktiviert. Zu diesem Zeitpunkt zählte der Chor 48 aktive Sänger und Sängerinnen. Auf der Jahreshauptversammlung am 28. Dezember 1962 wurde die Satzung des Chores ausgearbeitet und beschlossen.

 

Der Grundsatz des Chores war, durch den „Gesang den Herrgott zu ehren“ und zur „Verschönerung der Gottesdienste beizutragen“. In §1 der Satzung wurde ebenfalls festgehalten, dass es auch die Aufgabe des Chores sei, die „Geselligkeit zu fördern“. Zusammengefasst wurde dies im Schlusswort:

 

„Gott zur Ehre, dem Nächsten zur Freude“

 

Durch die regelmäßige Probenarbeit, die im Vereinslokal, der Gaststätte Schönberger, stattfand, erlangte der Chor binnen kurzer Zeit einen auch über die Ortsgrenzen hinaus Beachtung findenden Leistungsstand. Neben der musikalischen Gestaltung der Gottesdienste an Hochfesten und Feiertagen, erarbeitete sich der Chor ein Repertoire an weltlichem Liedgut, welches er auf verschiedenen Konzertabenden zum Besten gab.

 

Im Jahre 1971 konnte der Chor auf sein 25jähriges Bestehen zurückblicken. Dieses wurde mit einem Festwochenende vom 26. - 28. Juni feierlich begangen. Schirmherr Helmut Wirth fasste dies in seiner Laudatio folgendermaßen zusammen: „25 Jahre, ein Vierteljahrhundert Kirchenchor „Cäcilia“ Dreikirchen, bedeutet 25 Jahre Gesang und Kultur, getragen von Männern und Frauen unserer beiden Dörfer“.

 

In den folgenden Jahren konnten diverse Erfolge auf gesanglicher Ebene, wie die Darbietung der „Deutschen Bauernmesse“, erzielt werden. Da es jedoch nicht einfacher wurde, neue Sänger und Sängerinnen für den Chorgesang zu begeistern, wurde es auch immer schwieriger die gesteckten Ziele mit der sich verringernden Anzahl an Aktiven zu erreichen. So sang der Chor bei Auftritten einige Jahre zusammen mit dem Kirchenchor „St. Jakobus“ Girod als Chorgemeinschaft.

 

Im September 1989 trat Bernhard Noll nach 36jähriger Chorleitertätigkeit von seinem Amt zurück. Sein Nachfolger wurde Herr Sascha Hoffmann aus Obererbach. Mit ihm, so ist im Jahrbuch zu lesen, „gewinnen die Gesangsvorträge zunehmend mehr Aufmerksamkeit und positive Resonanz“. Im September 1993 musste Herr Hoffmann aus beruflichen Gründen seine Tätigkeit als Chorleiter aufgeben. Sein Nachfolger wurde Herr Wolfgang Tüncher aus Eppertshausen, der ebenfalls, wie Sascha Hoffmann, seine musikalische Grundausbildung bei den Limburger Domsingknaben erhielt.

Im Jahre 1996 feierte der Chor sein 50jähriges Bestehen. Im Rahmen eines 3-Tages-Festes vom 21. - 23. Juni wurde dieses Jubiläum mit vielen befreundeten Vereinen, sowie der Ortsbevölkerung begangen.

 

In den sich anschließenden Jahren sollte ein großer Umbruch das Wirken des Kirchenchores begleiten. Um sich für eine breitere Masse an Sängern und Sängerinnen jeglichen Alters, vor allem aber der jüngeren Generation, interessant zu machen, fanden neue, bis zu diesem Zeitpunkt eher vernachlässigte Musikrichtungen, Einzug in das Repertoire. Neben der klassischen Kirchenmusik, die auch weiterhin einen großen Bestandteil des Programms ausmacht, wurden nun eine Vielfalt neuer Lieder, wie beispielsweise „neues geistliches Liedgut“, sowie internationale Kirchenlieder, hierbei vor allem Spirituals, in das Repertoire mit aufgenommen. Des Weiteren wurden auch deutsche und internationale Volkslieder einstudiert, die bei Dekanatssingen und verschiedenen Konzerten die Zuhörer zu waren Beifallsstürmen hinrissen. Mit dieser Neuorientierung konnten dem Kirchenchor viele neue Sänger und Sängerinnen zugeführt werden, die das Fortbestehen des Chores sichern.

 

Am 13. Dezember 1998 richtete der Kirchenchor erstmalig ein Adventskonzert in der Pfarrkirche aus. Diese Veranstaltung, welche seitdem vom Kirchenchor ausgerichtet wird, und die seit dem Jahre 2000 immer am 1. Adventssonntag stattfindet, ist mittlerweile aus dem kulturellen Veranstaltungskalender von Dreikirchen nicht mehr wegzudenken.

 

Ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung war die Entscheidung des Chores, an Chorwettbewerben teilzunehmen und sich im Wettstreit mit anderen Vereinen dem Urteil eines fachkundigen Wertungsgerichtes zu stellen und somit neue Impulse für die wöchentliche Probenarbeit zu erhalten. Seit 2000 beteiligt sich der Chor nun an solchen Wertungssingen, und dies mit beachtlichem Erfolg. Herauszuheben aus der Liste der Erfolge ist die Teilnahme am „Cantemus 2004“ dem nationalen Chorwettbewerb der  „Cäcilia-Chöre“ in Lindenholzhausen. In der Kategorie „Volkslied Gemischte Chöre“, in der neben dem Kirchenchor noch so renommierte Chöre wie Laudate Oberneisen, Berliner Singgemeinschaft Märkisches Ufer und Kantorei Maria Grün Hamburg Blankenese vertreten waren, konnte der Chor alle an diesem Tage zu vergebenen ersten Preise, sowie den Sonderpreis für die beste Interpretation eines deutschen Volksliedes und den Sonderpreis für die beste Interpretation eines Spirituals erringen. Diese Erfolge spornen Chor und Chorleiter an, nicht nachzulassen in der stetigen Verbesserung des eigenen Potentials, sowie dem Bestreben, durch neue Mitglieder den Chor weiterhin zu verstärken.

 

Im Laufe der folgenden Jahre hat der Kirchenchor sich zu einer festen und verlässlichen Größe innerhalb der Gemeinde entwickelt. Gemäß dem Leitsatz „Gott zur Ehre, dem Nächsten zur Freude“ bleibt es auch weiterhin das Ziel, mit dem Gesang die Gottesdienste musikalisch zu umrahmen, des Weiteren aber auch Kirchen- und Ortsgemeinde bei diversen musikalischen Veranstaltungen in der Umgebung zu repräsentieren.

 

Seit dem Jahre 2013 initiiert der Kirchenchor regelmäßig Chorprojekte, wie den  „Sommerchor“ der alle 2 Jahre stattfindet und der beim großen Konzert 2016 zum 70. Jubiläum Filmmusik mit dem Konzertorchester Koblenz furios sang.

Auch im Jahre 2018 stand ein Sängererlebnis der besonderen Art auf dem Programm des Sommerchores. Er sang gemeinsam mit dem Konzertorchester Koblenz an dem historischen Deutschen Eck die Sinfonie der Stadt Koblenz, die Brunnensinfonie. Ein Erlebnis das jedes Sängerherz höher schlagen ließ.

 

Auch unser Kinderchorprojekt für Kinder ab 5 Jahre „Let us sing“, das zweimal im Jahr stattfindet erfreut sich großer Beliebtheit und ist schon auf der CD des Bistum Limburg zu hören.

 

Im Jahre 2013 sang der Kirchenchor im Rahmen der BUGA Koblenz auf der Festung Ehrenbreitstein mit sehr großem Erfolg.

 

2018 sang der Kirchenchor die Uraufführung der Bläsermesse von Bernhard Hemmerle zur Kirchweih in Dreikirchen und zum  25 Chorleiterjubiläum von Wolfgang Tüncher im Hohen Dom zu Limburg.

 

Seit dem Jahre 2013 ist der Kirchenchor „Cäcilia“ Dreikirchen Meisterchor des Chorverbandes Rheinland-Pfalz.